Warum eine einzige Zahl in die Irre führt
„Was kostet eine neue Website?" ist eine vernünftige Frage – und trotzdem lässt sie sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, ohne zu täuschen. Eine digitale Visitenkarte mit fünf Seiten ist etwas grundlegend anderes als ein Portal, an dem Ihre Kunden Termine buchen, Dokumente hochladen und sich einloggen. Beides heißt „Website".
Was den Preis bestimmt, sind drei Dinge: der Umfang (wie viele Seiten, Funktionen, Sprachen), die Komplexität (Anbindungen an andere Systeme, Shop, Login-Bereiche) und die Individualität (Vorlage von der Stange oder maßgeschneidert auf Ihre Marke und Abläufe). Erst wenn diese drei feststehen, lässt sich ein Preis seriös nennen. Alles davor ist Kaffeesatz.
Die Klassen – und was wirklich drinsteckt
Statt einer Spanne von „billig bis teuer" hilft es, in Klassen zu denken. Die folgenden Größenordnungen sind Marktbilder zur Orientierung, kein Preisschild – mein eigenes Honorar richtet sich immer nach dem konkreten Fall.
Baukasten (selbst gemacht). Wix, Jimdo, WordPress mit fertigem Theme: ab ein paar hundert Euro im Jahr, wenn Sie es selbst zusammenstellen. Das ist eine eigene Kategorie – sinnvoll für den, der eine schnelle Online-Präsenz will und niemanden braucht, der mitdenkt. Was Sie hier sparen, zahlen Sie in Zeit und darin, dass am Ende eine Website aussieht wie tausend andere. Für eine Firma, die nach außen ernst genommen werden will, ist der Baukasten selten das Ziel, sondern höchstens der Übergang.
Professionell, mit Vorlage als Basis. Eine Website, die von jemandem gebaut wird, der Sie versteht, Ihre Inhalte strukturiert, sie auffindbar macht und Ihnen die Pflege abnimmt oder beibringt – aber auf einer bewährten technischen Basis statt von Grund auf neu. Das ist für die meisten inhabergeführten KMU der richtige Bereich. Hier entscheidet sich Qualität nicht an der Software, sondern an Konzept, Texten und Bildern.
Individuell entwickelt. Sobald eigene Funktionen ins Spiel kommen – ein Konfigurator, ein Kundenportal, ein Shop mit Anbindung an Ihre Warenwirtschaft, mehrsprachige Auftritte, Schnittstellen zu Ihren bestehenden Systemen – wird gebaut statt zusammengesteckt. Nach oben ist diese Klasse offen: solche Projekte erreichen ohne Weiteres den fünf-, bei großem Funktionsumfang auch den sechsstelligen Bereich. Das ist kein überzogener Preis, sondern schlicht Aufwand: Jede individuelle Funktion ist Entwicklung, Test und Wartung.
Der eigentliche Kostentreiber kommt nach dem Launch
Der teuerste Irrtum ist, die Website als einmalige Anschaffung zu sehen. Das Design ist schnell bezahlt. Was läuft und kostet, ist der Betrieb danach:
- Inhalte. Eine Website, die nie aktualisiert wird, altert schneller als das Design. Wer pflegt die Texte, die Referenzen, die Stellenanzeigen? Entweder Sie tun es selbst (Zeit) oder jemand tut es für Sie (Geld).
- Sicherheit und Updates. Jedes System braucht Pflege – Updates, Backups, Schutz vor Angriffen. Eine vernachlässigte WordPress-Seite wird irgendwann gehackt; das aufzuräumen kostet mehr als die Wartung gekostet hätte.
- Auffindbarkeit (SEO). Eine schöne Website, die niemand findet, ist eine teure Broschüre in der Schublade. Suchmaschinen-Sichtbarkeit ist laufende Arbeit, kein einmaliger Haken.
- Hosting und Domains. Der kleinste, aber dauerhafte Posten – und der, bei dem billig schnell unzuverlässig bedeutet.
Rechnen Sie die laufenden Kosten von Anfang an mit. Eine günstige Website, die danach niemand betreut, ist am Ende teurer als eine solide, die gepflegt wird.
Was Sie beim Angebot oft vergessen
Vier Posten tauchen in vielen Angeboten nicht auf und kosten später trotzdem:
- Redaktion. Gute Texte schreiben sich nicht von selbst. Entweder liefern Sie sie, oder sie sind Teil des Projekts – und gehören dann ins Budget.
- Bilder. Echte Fotos Ihres Betriebs wirken um Welten besser als Stockmaterial – aber ein Fototermin kostet Zeit und Geld. Planen Sie ihn ein.
- Migration. Inhalte von der alten Seite übernehmen, Weiterleitungen einrichten, damit Google Sie nicht verliert – das ist Arbeit, die gern unterschätzt wird.
- Schulung. Wenn Sie die Seite selbst pflegen sollen, brauchen Sie eine Einweisung. Sonst bleibt die Website, wie sie am Launch-Tag war.
Woran Sie ein faires Angebot erkennen
Unabhängig vom Preis – an diesen Punkten merken Sie, ob jemand fair mit Ihnen umgeht:
- Er fragt zuerst, was die Website leisten soll, bevor er eine Zahl nennt.
- Er nennt die laufenden Kosten offen, nicht nur den Erstellungspreis.
- Er sagt Ihnen, wenn ein Baukasten für Ihren Zweck reicht – statt Ihnen ein großes Projekt zu verkaufen, das Sie nicht brauchen.
- Er übergibt so, dass Sie danach handlungsfähig sind, statt Sie abhängig zu machen.
Genau so arbeite ich. Was Ihre Website wirklich brauchen wird, hängt davon ab, was sie für Ihr Unternehmen leisten soll – und das klären wir, bevor über Geld geredet wird. Wenn Ihre bestehende Seite das Problem ist, lesen Sie auch, wie sich eine Website-Modernisierung realistisch einordnen lässt.
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